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Hallo Leute, da ich im Moment nicht wirklich zum schneiden komme, aber der Bericht schon ne Weile fertig ist, bekommt ihr ihn vorab erst mal ohne Video. Fehlendes wird schnellstmöglich nachgereicht. Wacko hat gerade aufgrund eines Umzugs kein Internet, weshalb es grad etwas knapp mit Berichten ist. Hoffe ihr vergebt uns :). 
Gaaaaaaaaaanz
großes Kino! Anders
kann ich das letzte Angelwochenende nicht beschreiben.
Aber
mal ganz von vorn. Aufgrund meiner bisherigen schlechten Fangausbeute
in Sachen Hecht, wurde ich über Manfred Gelle an einen privaten See
eingeladen, der über einen sehr guten Hechtbestand verfügt. An
dieser Stelle erst mal ein großes Dankeschön an Manne und den
Seebesitzer, dessen Namen ich hier nicht nennen will, um ihm 100te
von Angelanfragen zu ersparen.
Jedenfalls
war es letzten Sonntag so weit und ich verabredete mich mit Manne und
seinem Sohn Felix zum Hechtangeln. Bereits um 01:00 Uhr hatten wir
uns am See eingefunden, da wir es nachts noch kurz auf Karpfen
versuchen wollten, von denen es Exemplare bis 30 Pfund im See geben
soll. Schnell die RodPods aufgebaut, die Ruten ausgelegt und noch
sporadisch angefüttert (wir wollten es ja nur kurz versuchen) und ab
ins Auto zum schlafen. Bereits um 2:20 wurde ich aus dem Tiefschlaf
gerissen und stolperte benommen zu meinen Ruten. Manne war schon vor
Ort und bremste die stark rotierende Spule per Hand ab. Während
ich die ersten Fluchten des Fisches parierte, machte Manne das Boot
klar und ich stieg ein. Sofort setze ich mich auf die Knie, da ich
mir in meinem Zustand sehr wahrscheinlich das Boot von unten
angeschaut hätte, hätte ich im Stehen gedrillt. Total verballert
hatten wir nicht mal mitbekommen, dass sich die Schnur im Baum
verfangen hatte und so wurde der Karpfen einige Minuten über den
Baum gedrillt, was die Schnur jedoch erstaunlich gut überstand.
Nachdem die Schnur aus dem Baum war, ging alles viel einfacher und so
wurde der Karpfen sicher in den Kescher und anschließend in den
Karpfensack bugsiert. Uns bugsierten wir auch wieder schnurstracks
ins Auto zum schlafen. Jedoch war uns leider (oder
glücklicherweise???) kein langer Schlaf vergönnt, denn genau 2
Stunden später meldete sich der Bissanzeiger erneut. Diesmal
hing jedoch ein deutlich kleinerer Karpfen am Haken, den wir sicher
vom Ufer aus drillen konnten. Hier mal ein Bild vom größeren Karpfen:

Da wir
uns entschieden hatten die Karpfen im Sack zu lassen, bis sie wieder
völlig bei Kräften waren, gestaltete sich das Fotoshooting recht
schwer. Der kleinere Karpfen war störrisch und wehrte sich vehement,
weshalb ich beschloss, ihn gleich zurück zuwerfen, bevor er sich
noch irgendwo aufschlägt. Nun da
eh schon alle wach waren und sich die Sonne langsam zeigte,
entschlossen wir uns, das Karpfenzeug einzupacken und es auf Hecht zu
versuchen. Die
Ruten waren schnell ins Boot verladen und schon ging es raus auf den
tollen See. Felix und Manne versuchten ihr Glück mit Spinnern der
Größe 5. Spinner haben in der Vergangenheit die besten Erfolge
gebracht, da sie ordentlich Druck ausübten. Ich dagegen hatte einen
weißen Gummifisch mit ca. 10 cm dran. Der erste Wurf den Tages... da
Manne jedoch noch noch am Rudern war, konnte ich den GuFi nicht
absinken lassen, weshalb ich ihn wieder im Mittelwasser ans Boot
schleppte. Als der Köder die Oberfläche durchbrach, machte es einen
Ruck und meine Rute stand krum. Der erste Hecht war eingestiegen...
was für ein Start! Zunächst
gingen wir davon aus, dass es sich um sich um ein kleines Exemplar
handeln muss, da nur geringe Gegenwehr herrschte. Als wir den Fisch
jedoch das erste mal zu Gesicht bekamen, staunten wir nicht
schlecht... vom andern Ende des Bootes hörte ich nur: „Das ist ja
fast n Meter“! Schnell
war der Kescher zur Hand und der Fisch wurde hinein geführt. Das
ging ja einfach...zu einfach...! Gleich nachdem der Hecht im Kescher
lag, blieb der Haken im Kescher hängen. Felix versuchte ihn heraus zu
bekommen, jedoch mit wenig Erfolg. Plötzlich schlug der Hecht wie
wild und katapultierte sich nach oben. OH NEIN!!! Der Kopf war über
den Kescherrand geraten... langsam aber sicher sah ich wie der Kopf
den Rest des Körpers hinter sich her zog und der Hecht zurück ins
Wasser gleitete. „Uuund Tschüss...Kacke“, das war alles was ich
raus bekam. Damit verabschiedete sich mein geschätzter 95er Hecht.
Wenigstens
hatte ich die ganze Aktion gefilmt und so können wir uns mit der
starken Aktion schön blamieren. Lange konnten wir uns allerdings
über die Szene nicht ärgern, denn schon 5 Würfe später stieg bei
Felix der erste Fisch ein. Nach kurzem aber heftigen Drill landete
der erste Fisch sicher im Boot.
76 cm
zeigte das Maßband. Was für ein Start! 95... 76.. das kann ja noch
was werden. Nach kurzem Fotoshooting kam der Fisch natürlich sofort
zurück ins Wasser. Als
nächstes war Manne an der Reihe. Vor einem Seerosenfeld legte er den
Spinner direkt auf eine Seerose. Sobald der Spinner zurück ins
Wasser fiel, schäumte dieses auf. Wieder hatte ein Hecht zugepackt.
Dieser war aber verhältnismäßig klein und hatte ca. 70 cm. OK das
ist nicht wirklich klein, im Verein wäre ich darüber sehr
glücklich, aber an diesem See ist diese Größe eher untypisch. Da
„der Kleine“ unglücklich gehakt war und sich das Haken entfernen
hinzog, wurde der Fisch ohne Foto schonend ins Wasser zurück
gesetzt. Die
nächste halbe Stunde tat sich leider nicht mehr viel, weshalb Manne
entschloss, die Schleppruten mit den Köderfischen zu holen. Schnell
hatte Manne drei Köderfische gefangen und schickte uns mit diesen
auf den See zurück, während er noch weitere fangen wollte. Die
erste halbe Runde war ohne besondere Ereignisse ab gerudert, als
plötzlich einer der geschleppten Schwimmer unterging. Es war sogar
an der für mich bereit gestellten Rute. Voller Erwartung nahm ich
die Rute auf und drehte die Bremse zu. Anhieb und ein zzzzzzzzzzzzz
war von meiner Rolle zu hören... Oh man.. verkackt! Die Bremse war
immer noch zu leicht eingestellt ,weshalb der Anhieb nicht durch kam.
Also die Rute rein geholt und den Köder kontrolliert... hmm keine
Bissspuren, könnte also auch Grundkontakt gewesen sein. Da ich
immer noch ohne Erfolg da stand, entschloss ich mich vorn ins Boot zu
stellen und ein wenig zu Spinnern. Da ...
ein Schwall! Vor dem Boot raubte ein Hecht. Ich warf den Spinner in
die Richtung der Kreise und kurz darauf zuckte es in der Rute. Der
Anhieb kam nicht durch, weshalb der Fisch nach zwei kurzen Kopfstößen
wieder ausstieg. Schon
wieder nicht... so ein Mist aber auch. Ich gab jedoch nicht auf und
warf ihn erneut an. Tatsächlich kam er ein zweites Mal und rumste
voll in die Bremse. Im Video unten könnt ihr den Live Biss und Drill
sogar anschauen. Der Fisch zeigte sich als äußerst kampfstark und
riss immer wieder einige Meter Schnur von der Rolle. Diesmal
kescherte Felix souverän, womit mein erster Hecht des Tages im Boot
lag.

Das Maßband zeige stolze 84 cm. Mein bisher größter Hecht *freu*. Nachdem
wir den Fisch zurück gesetzt hatten, wechselten Felix und Manne die
Stellungen und Manne kam zurück ins Boot. Manne
zeigte gleich, dass er auch gute Fische fangen kann, denn schon nach
ein paar Würfen stieg bei ihm wieder ein kampfstarker Räuber ein.
Den Kescher hatten wir leider draußen vergessen, weshalb wir den
Fisch nur mit einigen Schwierigkeiten zum Landgang überreden
konnten. Wieder zeigte das Maßband 87 cm an.
 
Beim
Spotwechsel hielt ich meinen Spinner (hatte mittlerweile den Köder
gewechselt, da Spinner echt besser lief als alles andere) aus dem
Boot und schleppte ca. 15 – 20 Meter hinterm Boot. Bereits nach 50
Metern machte es einen gewaltigen Ruck. Wieder war die Rute krumm.
Der Hecht war nur ganz knapp gehakt, nur ein Haken des Drillings hing
ganz vorn im Maul, weshalb wir damit rechneten, dass er gleich
ausschlitzen würde. Zum Glück hielt jedoch der Haken und so konnten
wir einen weiteren Hecht um die 80 cm landen.

Da
Felix mittlerweile genug Köderfische gefangen hatte, wurde er wieder
an Bord geholt und so begannen wir zu Schleppen. Wieder war es Felix,
der den nächsten Fisch drillen konnte. Nach einem guten Biss und
einer wilden Flucht konnten wir einen super Fisch ins Boot
hieven. Der Hecht war noch größer als die anderen zuvor und hatte
genau 90 cm. 

Bevor wir ihn zurück setzen konnten schüttelte er sich
nochmal kräftig und biss Felix ordentlich in den Finger. Felix, der
kein Blut sehen kann *hihi* musste darauf pausieren, da ihm
etwas schwindlig wurde. Ich habs zwar aufgenommen, aber dann doch
entschlossen es nicht in den Film einzubauen. Ich will ihn ja net
blamieren, gell Felix . Leider
war kurz nach dem Drill mein Akku der Videokamera leer, weshalb ich
die folgenden Drills nicht mehr filmen konnte, denn schon wenig
später kam der erste Hecht auf einen geschleppten Köderfisch. Ich
durfte den Anhieb setzen und den Fisch ans Boot drillen. Viel
Gegenwehr lieferte er allerdings nicht und so konnte er schnell
gelandet, fotografiert und zurück gesetzt werden. Mal wieder ein
Hecht knapp über 80 cm. 
Auffallend war auch die frische Verletzung an unter der Rückenflosse. Diese musste von einem Riesenhecht sein, da der Kieferabstand enorm war und sich nur ein großer Hecht überhaupt an diesen 80er heran wagen konnte. Felix,
der nun wieder einsatzbereit war, war wieder fleißig am spinnern als
plötzlich ein großer Fisch einstieg. Sofort war klar, dass es sich
um was einen Meterfisch handeln muss. Der Fisch blieb den ganzen
Drill über unten. Als er das erste mal hoch kam, war die
Überraschung groß. Es war ein Wels. Wenig später stand es fest, es
war ein Meterfisch, 102 cm um genau zu sein.

Da
der Seebesitzer keine Welse in seinem See haben will, mussten wir ihn
mitnehmen und ich kann mich über feine Welsfilets freuen . Hin
und wieder stiegen kleine Minibarsche bis 20 cm auf die Spinner ein,
weshalb wir uns noch abschließend vornahmen, einen Zander zu fangen.
Dann hätten wir alle Raubfischarten des Sees erfolgreich beangelt.
Dies war aber eine recht schwere Aufgabe, da die Sonne schon hoch am
Himmel stand. Darum beschlossen wir doch weiter auf Hecht zu angeln. Mit
Erfolg! Manne
konnte noch zwei gute Hechte auf Köderfisch fangen, Felix einen
großen Hecht und ich noch einen kleinen.



Der
letzte Fisch des Tages war erneut eine Überraschung. Ich hatte den
Spinner in eine Baumwurzelreihe geworfen, als es wieder einen
leichten Ruck in der Rute gab. Zuerst dachte ich an einen Minihecht
oder an einen schönen dicken Barsch, jedoch tauchte etwas anderes
auf. Richtig, der 4. Zielfisch, ein Zander. Zwar war er mit seinen
knappen 30 cm eher aus dem Kindergarten, jedoch freuten wir uns sehr
über ihn, hatten wir nun unseren Raubfisch-Vierer.
Es
war nun 12 Uhr und brütend heiß, weshalb wir entschlossen es für
heute gut sein zu lassen.
Fazit:
Einfach geil der See. Wir hatten den richtigen Tag erwischt und die
Fische waren hungrig. Über 10 Hechte ab 70 cm an einem Tag ist schon
sehr traumhaft. Nun weiß ich auch, wie Uli Bayer und Co. so viel
fangen können, da ich nicht denke, dass sie an irgendwelchen
Vereinsseen abgammeln, an dem 100 Leute angeln, sondern eher an gut
besetzten Gewässern, wie dem Bodden. Ich dagegen werde aber erst mal wieder an jenen Vereinsseen mein Glück
versuchen müssen, da ich wieder der Realität ins Auge sehen und
runterkommen muss.
Machts
gut und Tight Lines
Euer
Frogile
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